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„Abba“-Hits und schallende „Tooor“-Rufe

Röslau, den 09. 07. 2014

Die Röslauer Grundschüler feiern mit ihren Lehrern und Eltern ein rauschendes Schulfest. Dabei werden sie auch an den Neubau vor 40 Jahren erinnert.

 

Von Jacqueline Burak/Frankenpost

 

„Vieles hat man aus der Schulzeit wieder vergessen, aber einiges fällt einem dann wieder ein“, begrüßt Bürgermeister Torsten Gebhardt die Besucher des Schulfests. Damit sich alle wieder genau erinnern, dafür sorgten die Grundschüler. Denn vor 40 Jahren wurde der Neubau der Schule eingeweiht und bekam so die Form, die heute alle Röslauer kennen. Um Punkt zehn Uhr laufen die Kinder in einer langen Schlange auf den Pausenhof. Mama, Papa, Geschwister und Verwandte sitzen bereits im Schatten, warten gespannt auf den Auftritt ihrer Sprösslinge. Grinsend, jauchzend und winkend trudeln Erst-, Zweit-, Dritt- und Viertklässler über den Hof und nehmen erst einmal am Rand Platz. Aufgeregt scharen die einen mit den Füßen, die anderen, ganz cool, warten ruhig auf die Eröffnung. Direktorin Annelies Rogler-Unglaub begrüßt alle Anwesenden und gibt einen kurzen Umriss über die Geschichte der Schule. „Die erste Röslauer Kirchenschule befand sich um 1652 dort, wo heute die Gedenktafeln für die Gefallenen der beiden Weltkriege sind“, erzählt sie. Damals durfte und konnte nicht jedes Kind auf eine Schule gehen, wie es auch heute noch in vielen Ländern der Welt so ist. Rogler-Unglaub erinnert sich an ihre Zeit als Grundschülerin – noch vor dem Umbau. Statt mit Ele, Leo, Piri und Mimi habe sie mit Hopsi, dem Eichhörnchen, Lesen gelernt. Auch die alten Lehrer sind der heutigen Direktorin noch gut im Gedächtnis geblieben. Die Schule hat sich seit Rogler-Unglaubs Zeit optisch sehr verändert. Das zeigen auch viele Bilder im Schulhaus aus der Zeit vor dem Neubau, der vor 41 Jahren beschlossen wurde. „Dieses Jahr 1973 wird vor allem für die Bewohner, Lehrer und Schüler unvergessen bleiben, denn was sie in diesen Monaten an Dreck schlucken mussten, ist kaum jemandem zuzumuten“, zitiert die Direktorin. Man könne sich also vorstellen, wie chaotisch es damals zuging, sagt Rogler-Unglaub. Ein Jahr später weihten dann Vertreter der Regierung, des Bundestages, des Landtages und „prominente Personen aus der Region“ den Neubau ein. „Die krea(k)tive Grundschule Röslau ist natürlich nicht im Jahr 1974 stehengeblieben“, sagt die Direktorin. Doch zu diesem besonderen Anlass lassen die Grundschüler die Besucher in die Welt von früher eintauchen, sodass die vielleicht bereits begrabenen Erinnerungen der Großeltern an ihre Schulzeit wieder zum Leben erwachen. Den Anfang machen die Rapper der dritten Klasse und stimmen in ihrem flotten Textgesang auf den Vormittag ein. Den Rhythmus klatscht das Publikum begeistert mit. Dann sind die Jüngsten dran: In Blaumann und mit Werkzeug tanzen sie zu dem Lied „Wer will fleißige Handwerker sehen?“. Doch die Show-Einlagen sind nicht das Einzige, was die Kids zu bieten haben. Sie übernehmen auch die Moderation und bitten eine Lehrerin von damals auf die Bühne. Gudrun Hempel unterrichtete vor 40 Jahren und stellt sich den neugierigen Fragen der Schüler. Wieso wurde gebaut? Was war stand vorher dort? Wie lange dauerten die Arbeiten? Geduldig beantwortet Frau Hempel die Fragen und erinnert sich an die Zeit. „Den Sportplatz gab es damals noch nicht“, sagt die ehemalige Lehrerin. Und an was erinnern sich die Schüler von damals, fragen sich die Kinder. „Die müssten jetzt 50 Jahre sein oder werden“, sagt das Mädchen mit der pinken Hose und den kurzen Haaren. „Unser Bürgermeister, der wird doch dieses Jahr 50“, sagt die Co-Moderatorin und bittet Torsten Gebhardt nach vorn. Der kann sich dann doch noch an einiges erinnern. Zum Beispiel, wo sein Klassenzimmer war, dass viele Schüler in einer Klasse zusammen unterrichtet wurden und dass es kein so schönes Schulfest gegeben habe wie heute. „Damals gab’s nur das Wiesenfest mit Tänzen, Spielen für Kinder und einem Kletterbaum“, weiß er noch. Tanz ist das richtige Stichwort. Die Zweitklässler sind nun an der Reihe, ihr Können zu zeigen. Der „Booschlenkerer“ sieht vielleicht einfach aus, ist er aber gar nicht. Trotzdem wirbeln die Kids wie kleine Profis über den geteerten Hof. Und wenn schon von den 70er-Jahren die Rede ist, dann darf auch die Musik nicht fehlen. „Ich hab gelesen, dass die Gruppe ,Abba‘ den Grand Prix gewonnen hat“, sagt die kleine Moderatorin und zeigt ein Bild der Gruppe von damals – mit viel Glitzer und weiten Schlaghosen. Zeit, den Hit „Waterloo“ zum Besten zu geben. Dafür schmeißen sich fünf Mädels in ihre „Abba“-Kostüme und schmettern „Waterloo, promise to love you for ever more“. 1974 war aber auch für Deutschland ein großes Fußballjahr. Die Weltmeisterschaft fand in München statt, die Mannschaft holte sich den Titel. Der kleine Moderator liest die entscheidenden Zeilen vor, legt viel Leidenschaft in die Stimme und schreit dann „Toooor, Toooooor, Toooor!“ Zum Abschluss führen Dritt- und Viertklässler einen WMtauglichen Tanz zum Song von damals auf.

 

Bild zur Meldung: Agnetha, Björn, Benny und Anni-Frid, alias „Abba“, gaben sich mit einem Überraschungsgast die Ehre. Die Fünf gaben „Waterloo“ zum Besten und machten der erfolgreichen Band auf jeden Fall Konkurrenz.